RUB » CERES » Research
de

Religion und Geruch

Von heiligen Düften und Riechrezeptoren

Düfte spielen in vielen Religionen eine zentrale Rolle: Egal ob Weihrauch in der römisch-katholischen und den orthodoxen Kirchen, ob Räucherstäbchen bei den südindischen Hindus und den thailändischen Buddhisten oder die mit Myrtenblätter gefüllte Besamimbüchse in der jüdischen Kultur – der Einsatz von Düften ist vielfältig. Aber warum werden Düfte in verschiedenen religiösen Ritualen eingesetzt? Welche Rolle spielt dabei die Geruchswahrnehmung? Welche Bedeutungen wird den Düften religiös zugeschrieben und wie nehmen die Gläubigen die Gerüche wahr?

In dem von der Zellphysiologie und der Religionswissenschaft betreuten Projekt haben SchülerInnen die Möglichkeit, Düfte der Religionen zu erforschen und die Bedeutung und den Vorgang des Riechens zu erkunden. Dabei erhalten sie Einblicke in gegenwärtige religionswissenschaftliche und biologische Forschungsfelder und erwerben grundlegende Kenntnisse sowie Arbeitsweisen. Einerseits lernen die SchülerInnen Methoden der Geruchsforschung kennen, indem sie olfaktorische Sinneseindrücke beschreiben, diese anhand eines Versuchsprotokolls verschriftlichen und mehr über die Leistungsfähigkeit und Bedeutung des menschlichen Geruchssinnes, sowie seinen Möglichkeiten erfahren. Andererseits lernen sie den religionsästhetischen Ansatz und die (religions-)wissenschaftliche Methode der Feldforschung kennen. Dazu gehören die Recherche, das Einholen und Auswerten von Informationen und die Präsentation der Ergebnisse. Hierfür wird ein religionswissenschaftliches Religionsverständnis, ebenso wie erste Grundlagen der Religionsästhetik vermittelt. Mit diesem Wissen ausgestattet können die SchülerInnen dann die Bedeutung der Düfte in den Religionen in Geschichte und Gegenwart in den Blick nehmen.

Der Kurs wurde von Judith Stander-Dulisch vom Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) zusammen mit dem Lehrstuhl für Zellphysiologie entwickelt.

Mehr Informationen auf den Seiten des Alfried-Krupp-Schülerlabors der Ruhr-Universität Bochum