Konferenz zu Praktiken des Bekennens in religiösen Kommunikationsräumen auf Social Media
Ausgerichtet wurde die Tagung unter anderem von Anna Neumaier und Ariane Kovac vom Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität Bochum. Die Tagung war Teil des DFG-geförderten Forschungsprojekts REDiCON – Religion – Digitality – Confessionality, das sich mit religiösen Kommunikations- und Aushandlungsprozessen in digitalen Räumen, mit Zusammenhängen zwischen religiösem Influencing auf sozialen Medien im deutschsprachigen Raum und christlicher Konfessionalität beschäftigt. Beteiligt an REDiCON und Mitorganisatoren der Tagung sind außerdem die Kolleg*innen der Universitäten Frankfurt (Prof. Dr. Viera Pirker) und Rostock (Prof. Dr. Manuel Stetter) sowie der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (Jan Philipp Meli-Hahn).
Die Konferenz in Frankfurt war in zwei unterschiedlich konzipierte Konferenztage gegliedert: Der erste Tag wurde bewusst als Workshopformat im kleineren Kreis mit rund 15 Teilnehmenden organisiert und diente dem intensiven wissenschaftlichen Austausch innerhalb des REDiCON-Projekts. Zusätzlich nahmen internationale Reviewer*innen teil, die die vorgestellten Teilprojekte kritisch begleiteten. Der zweite Konferenztag war öffentlich ausgerichtet und verzeichnete mit etwa 60 Teilnehmenden ein deutlich breiteres Publikum.
Im Zentrum des ersten Tages standen die drei Teilprojekte des REDiCON-Verbundes. Nach der Begrüßung wurden zunächst Perspektiven aus dem Teilprojekt „Creator*innen“ von Leoni Wohlfart (Response Viktoria Rösch) vorgestellt, gefolgt von einem Vortrag aus dem Teilprojekt „Content“ von Jan Philipp Meli-Hahn (Response Ramón Reichert). Den Abschluss bildete das Teilprojekt „Rezeption“, in dessen Rahmen Ariane Kovac (Bochum) aktuelle Forschungsergebnisse präsentierte. Eine wissenschaftliche Response dazu gab Astrid Mattes-Zippenfenig (Wien). Die Beiträge wurden jeweils durch Diskussionen ergänzt, die den interdisziplinären Austausch zu digitalen religiösen Praktiken vertieften.
Der öffentliche zweite Konferenztag eröffnete mit einer gemeinsamen Projektvorstellung des DFG-geförderten Forschungsprojekts REDiCON durch Jan Philipp Meli-Hahn, Ariane Kovac und Leoni Wohlfart. Anschließend standen verschiedene Vorträge zu religiöser Selbstinszenierung, Autorität und digitalen Bildpraktiken im Mittelpunkt. So sprach Anna Neumaier mit dem Titel „Zur religiösen Autorität christlicher Content Creator*innen: Digitale Religion als Spiegel gegenwärtiger Religiosität“. Weitere Beiträge beschäftigten sich unter anderem mit der Inszenierung pastoraler Identität als Form digitaler Abgrenzung, mit Strategien religiöser Wissensvermittlung evangelikaler Content Creator*innen, mit der Online-Performance religiöser Zugehörigkeit im Ahmadiyya-Kontext sowie mit digitalen Bildpraktiken des religiösen Bekennens. Die Tagung machte damit deutlich, wie stark soziale Medien gegenwärtige religiöse Kommunikationsräume prägen und welche neuen Forschungsfragen sich daraus auch für die Religionswissenschaft ergeben.
Weitere Informationen zum Projekt REDiCON hier: https://ceres.rub.de/de/forschung/projekte/RediCon_religion_digitality_confessionality/