Metaphern von Geist und Selbst in der vedischen Literatur
GB 5/150–152 “Ruhrpott”
Gastvortrag von Sven Sellmer, Professor an der Adam Mickiewicz University in Poznań, Polen
Die vedische Literatur stellt den ältesten Teil der indischen Literatur dar und ist für die geistesgeschichtliche Forschung unter anderem deshalb von besonderem Interesse, weil sich in ihr gewissermaßen in Echtzeit nachvollziehen lässt, wie sich bestimmte Konzepte von fundamentaler Bedeutung für das Selbstverständnis des Menschen herausbilden und weiterentwickeln. Da es sich hierbei um sehr abstrakte Begriffe handelt, die im Deutschen üblicherweise mit „Selbst“, „Geist“, „Seele“ usw. wiedergegeben werden, spielen Metaphern naturgemäß eine große Rolle. Der Vortrag bietet einen Überblick über die wichtigsten Konzepte dieser Art sowie über die im Zusammenhang mit ihnen verwendeten Metaphern und deren konkrete Realisierungen. Dabei wird eine Einteilung des Materials in verschiedene Lebenskontexte und, zusätzlich, eine Kategorisierung der verwendeten Metaphern in Hauptgruppen anhand des vorliegenden Konzeptualisierungsschemas als FESTKÖRPER, LEBEWESEN usw. vorgenommen. Zusätzlich werden in groben Zügen die weiteren Entwicklungen skizziert und einige Vergleichsperspektiven aufgezeigt.