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DiGA

Digitalisierung Gandharischer Artefakte. Ein Vorhaben zur Bewahrung und Erschließung der buddhistischen Kunst Pakistans

Das DiGA-Projekt wird einen Korpus von 1.791 buddhistischen Skulpturen aus Gandhara digitalisieren (2D und 3D) und erschließen, die derzeit im Dir Museum in Chakdara und im Missionshaus der Missione Archeologica Italiana in Pakistan (IAMP) in Saidu Sharif (Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, Pakistan) aufbewahrt werden. Dabei handelt es sich um Statuen des Buddha, der Bodhisattvas, der Schutzgottheiten und der Stifter sowie um narrative Reliefs, die Ereignisse aus dem vorherigen und letzten Leben des Buddha Siddhārtha Gautama darstellen. Die in Chakdara und Saidu Sharif aufbewahrten Artefakte stammen von 13 alten buddhistischen archäologischen Stätten, die sich am nördlichen und südlichen Ufer des Flusses Swat in den Distrikten Dir und Swat befinden: Andan Dheri, Bambolai, Barchoray, Chatpat, Damkot, Jabagai, Macho, Nasafa, Ramora, Sha Shamsi Khan, Shalizara, Talash und Saidu Sharif. Diese wurden vom Department of Archaeology and Museums der pakistanischen Regierung, dem Department of Archaeology der Universität von Peshawar und dem IAMP Ende der 1960er und in den 1990er Jahren ausgegraben.

Diese Sammlungen sind bemerkenswert, weil im Gegensatz zu vielen anderen Sammlungen buddhistischer Kunst aus Gandhara der archäologische Kontext der Objekte dokumentiert ist. Ihre Digitalisierung wird nicht nur den Erhalt dieses bedeutenden kulturellen Erbes garantieren, sondern auch zu einem soliden Korpus für die Neubewertung entscheidender Forschungsfragen im Bereich der gandharanischen Kunst und des Buddhismus führen. Durch die Zugänglichmachung dieses neuen Skulpturenkorpus und die Entwicklung einer technischen Plattform, die die Analyse buddhistischer Bilder, insbesondere ihrer formalen und ikonographischen Merkmale, verbessert und ihren Vergleich mit Korpora buddhistischer Texte erleichtert, wird das DiGA-Projekt Spitzenforschung zur gandharischen Kunst und zum gandharischen Buddhismus ermöglichen. Es wird die Karte der Produktionszentren ergänzen, unser Verständnis der Entwicklung der künstlerischen Schule verbessern, indem es Muster des Austauschs zwischen den Werkstätten aufzeigt, und das Bild des Buddhismus in der Region klären, indem es das Zusammenspiel zwischen visuellen und textlichen Quellen bei der Beschreibung buddhistischer Erzählungen und der Darstellung buddhistischer Gottheiten neu bewertet.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Directorate of Archaeology and Museums of the Province of Khyber Pakhtunkhwa, Pakistan, der Italian Archaeological Mission in Pakistan (IAMP) und der Universitätsbibliothek Heidelberg durchgeführt.

Förderzeitraum

02/2021–01/2024

Gefördert von

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Beteiligte Personen