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Jetzt anmelden: Lehrforschungsprojekt zu Bilderflut und Bildersturm

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Bilder sind allgegenwärtig. Dennoch gab und gibt es – gerade in religiösen Kontexten – immer wieder Vorbehalte gegenüber Bildern, die von der reflektierten Kritik bis hin zur gewaltsamen Zerstörung von Bildern und Statuen reichen. Religions- und kulturgeschichtlich sind auf der einen Seite die "Bildprogramme" zu nennen, wie wir sie beispielsweise aus den griechisch-römischen Traditionen kennen. Auf der anderen Seite steht die Ablehnung der Bilder, sei es im jüdischen Bilderverbot, im byzantinischen Bilderstreit oder im reformatorischen Bildersturm. Auch außerhalb jüdisch-christlicher Traditionen spielen und spielten Bilder eine umstrittene Rolle, denkt man beispielsweise an die anikonischen Traditionen im Buddhismus oder Daoismus. Schließlich reicht die Debatte um Bilder und ihre Funktion bis in das politische Zeitgeschichte hinein: Der (gewaltsame) Streit um die Mohammed-Karikaturen oder die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan durch die Taliban – all dies sind Beispiele für einen gegenwärtig und historisch brisanten Streit um Bilder.

In dem Lehr-Lern-Projekt "Zwischen Bilderflut und Bildersturm. Zur Rolle von Bildern in Religion und Gesellschaft" wählen Studierende aus der Fülle historischer und gegenwärtiger Fallbeispiele je nach Interesse und Studienfortschritt Einzelthemen aus. Dabei entwickeln sie eigene Fragestellungen, die vor dem Hintergrund eines übergeordneten systematisch-komparativen Forschungsprogramms bearbeitet werden.

Bewerbungen für die Teilnahme am Lehrforschungsprojekt sind ab jetzt möglich. Bitte formlose Bewerbungen bis zum 15. März 2018 via E-Mail an Dr. Patrick Felix Krüger (patrick.krueger@rub.de) senden. Die Bewerbung umfasst ein kurzes Motivationsschreiben zum Thema sowie  mögliche Forschungsfragen, mit denen sich bewerbende Studierende im Kurs befassen wollen. Es werden maximal zehn Studierende in das Projekt aufgenommen. Die studentischen Projekte dauern in der Regel sechs Monate (von April bis September 2018) und werden in enger Betreuung durch den Dozenten entwickelt und durchgeführt.

Das Vorhaben richtet sich an Studierende in B.A.- und M.A.-Studiengängen. Die jeweiligen Fragestellungen werden an den individuellen Studienverlauf angepasst und fortgeschrittene Studierende aus dem Master als Mentor/innen für Bachelor-Studierende eingesetzt. Studierende haben die Möglichkeit, einen thematischen Schwerpunkt zu wählen, erste eigene Forschungserfahrung zu sammeln, ggf. zu publizieren und darüber hinaus wertvolle berufsqualifizierenden Kompetenzen durch die Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bochum sowie ggf. weiteren Museen in der Region zu erwerben.

Das Besondere an diesem Vorhaben ist, dass Studierende nicht nur erste eigene Forschungsarbeit leisten, sondern im Rahmen einer Kooperation mit dem Kunstmuseum Bochum aktiv an der Vorbereitung und Umsetzung einer Ausstellung zum Thema mitwirken können. Diese Ausstellung thematisiert anhand zeitgenössischer und historischer Objekte den ambivalenten Umgang religiöser Traditionen mit Bildern und zeigt, wie vielfältig der kritische Umgang mit medialen Repräsentationsformen auch innerhalb einzelner religiöser Traditionen ist.

Das Ziel des Gesamtprojekts besteht darin, kultur- und religionsvergleichend sowie mit historischer Tiefenschärfe die Rolle der Bilder sowie die religiösen Positionen in Bezug auf Bilder zu untersuchen und damit besser zu verstehen, warum Bilder einerseits Identifikations- und Sinnstiftungspotenzial bieten, sich andererseits an Bildern, Statuen und anderen medialen Darstellungen immer wieder auch massive Konflikte entzünden. Zu dieser systematisch-komparativen Fragestellung werden die studentischen Einzelforschungen in Bezug auf historische und gegenwartsbezogene Fallbeispiele wesentliche Bausteine beitragen. Die historischen Fälle werden dabei zunächst idealtypisch in einer Klassifikation verortet, die von Ikonodulie bis zu Ikonoklasmus reicht, und dann auf ihre jeweiligen Spezifika und historischen Rahmenbedingen hin untersucht.