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Tagung in Münster: Das charismatisch-fundamentalistische Milieu im Christentum des deutschsprachigen Raums: Semantiken, Strukturen, Strategien


Universität Münster (JO 101, Johannisstr. 4)

Das Feld des charismatisch-fundamentalistischen Christentums im deutschsprachigen Europa ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Forschung gerückt. Trotz seiner Heterogenität und Fluidität lassen sich einige Marker ausmachen, die in verschiedenen Ausprägungen eine zentrale Rolle spielen. Dazu zählen: die Betonung der Wirkmacht des Heiligen Geistes und seiner Gaben; die Forderung aktiver Mission und gesellschaftlicher Umgestaltung als Auftrag Gottes, oft in Vorbereitung auf die biblische Endzeit und in diesem Kontext besonderer Bezug zu Israel bzw. zum Judentum; traditionelle Familien- und Geschlechtervorstellungen; Ablehnung von Abtreibung, gleichgeschlechtlicher Ehe, LGBTQI+-Anliegen; kulturelles Durchdringen dieser und ähnlicher Anliegen in Form von prominenten Influencer:innen; Anschlusssuche mit dem rechten politischen Milieu.

Verschiedene Führungspersonen und soziale Strukturen charakterisieren das charismatisch-fundamentalistische Milieu im Christentum über konfessionelle Grenzen hinweg. Dazu gehören z.B. das Gebetshaus Augsburg unter der Leitung von Johannes Hartl, das Gospel Forum Stuttgart mit Pastor Peter Wenz und die HOME Base Salzburg rund um Bernadett Lang; das International Christian Fellowship und die Hillsong Church mit ihren diversen Gemeinden in Deutschland, Österreich und der Schweiz; Christfluencer:innen wie Jana Highholder, Jasmin Friesen, Leonhard Jäger; auch Vereinigungen wie der Marsch für das Leben oder Christen in der AfD und weitere mehr.

Die Tagung widmet sich diesem heterogenen Milieu innerhalb des christlichen Feldes, indem sie Beiträge zu drei übergreifenden Themengebieten zusammenbringt:
(1) Endzeitvorstellungen und daraus entspringender gesellschaftlicher und religiöser Aktivismus;
(2) heteronormative Geschlechter- und Familienbilder und die Rolle digitaler Medien für kulturelle Durchdringung;
(3) Rechtspopulismus und Schulterschluss mit rechtskonservativen politischen Bewegungen.

Durch diese Themensetzung werden zentrale Merkmale des charismatisch-fundamentalistischen Christentums im deutsch-sprachigen Europa genauer in den Blick genommen, um (biblische) Semantiken, (soziale) Strukturen und (politische) Strategien der gesellschaftlichen Verfestigung besser zu verstehen.Detaillierte Tagungsinformationen (Vortragende, Zeitplan etc.) folgen. Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Tagung teilzunehmen; eine vorherige Anmeldung (bitte bis zum 15. November 2026 bei irina.rempel@uni-muenster.de) ist erforderlich.

Die Tagung ist eine gemeinsame Veranstaltung des Instituts für Religionswissenschaft, des Centrums für religionsbezogene Studien der Universität Münster sowie des Centrums für Religionswissenschaftliche Studien der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Religion und Politik.

Wir freuen uns über Interesse!
Astrid Reuter & Maren Freudenberg

Anbei das Programm und die Tagungsmappe zum Download:

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Prof. Dr. Maren Freudenberg

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