Project: Dignity in Place: Dignified Practices and Spaces for Migrant Communities
(© AdobeStock | Aerial sunset cityscape of Bochum city, Germany)
Forschung | Migration | Religionswissenschaft

Würde im urbanen Raum: CERES beteiligt sich an Forschungsprojekt zu Migration und religiöser Vielfalt

Wie erleben Menschen mit Migrationsgeschichte und Angehörige religiöser Minderheiten Würde im Alltag? Das niederländisch-deutsche Forschungsprojekt „Dignity in Place: Dignified Practices and Spaces for Migrant Communities“ untersucht Erfahrungen von Würde und Entwürdigung aus religionswissenschaftlicher und philosophischer Perspektive mit Blick auf stadträumliche Situationen. Dr. Martin Radermacher vom CERES ist als Co-Antragsteller an dem an der Universität Rotterdam angesiedelten Projekt beteiligt.

Das auf fünf Jahre angelegte Projekt (2026 bis 2031) wird an der Universität Rotterdam unter der Leitung von Prof. Dr. Katharina Bauer durchgeführt. Die Förderung wurde von der Projektleiterin an der Universität Rotterdam eingeworben (NWO); das CERES ist als Projektpartner beteiligt. Das Vorhaben ging aus einem UNIC-Format hervor.

Das Projekt untersucht Erfahrungen von Würde und Entwürdigung aus religionswissenschaftlicher und philosophischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die aufgrund von Migration oder ihrer Zugehörigkeit zu religiösen Minderheiten mit Ausgrenzung, Diskriminierung oder anderen Formen der Missachtung konfrontiert sind. Es untersucht entwürdigende Erfahrungen sowie würdevolle Praktiken migrantischer Gemeinschaften und fragt nach der Bedeutung von Orten und Räumen für die Erfahrung von Würde.

Das Forschungsvorhaben ergänzt klassische philosophische Debatten über die Menschenwürde um eine bislang wenig berücksichtigte Perspektive: die konkreten Erfahrungen von Menschen im Kontext von Migration. Es untersucht, welche Bedeutung Räume in kulturell und religiös vielfältigen Städten für die Erfahrung von Würde haben.

„The relation between ‘dignity’ – understood as an almost globally shared value of human beings – and ‘space’ has not received the scholarly attention it deserves. It becomes particularly relevant under conditions of religious and cultural diversity in post-industrial urban contexts.“
– Dr. Martin Radermacher

Das Projekt ist ein eigenständiges Forschungsvorhaben und zugleich eingebettet in den CERES-Forschungsbereich „Religious Diversity in Present Times“.

Neben wissenschaftlichen Workshops und Publikationen richtet sich das Projekt ausdrücklich auch an Akteur:innen aus Politik und Gesellschaft. Geplant sind Kooperationen mit den Städten Bochum und Rotterdam sowie mit religiösen Gemeinschaften und migrantischen Gemeinschaften in beiden Städten.