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Verleihung in Bamberg: Humboldt-Preis für Jan-Ullrich Sobisch

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Zweifellos war Alexander von Humboldt eine der archetypischen Forschergestalten in der Übergangszeit zwischen Aufklärung und Romantik, der die Wissenschaften entschieden prägte. Sein Forschungsinteresse ging von Bergbau bis Botanik, aber auch ethnografische Studien unternahm er. Seine Forschungsreisen nach Südamerika sind legendär, jene nach Sibirien weniger bekannt. Sein Netzwerk an Korrespondenten umfasste nicht nur die Wissenschaftler und die königlichen Häuser eines nach der Französischen Revolution sich restaurierenden Europas, sondern auch Thomas Jefferson und Simón Bolívar.

Die nach ihm benannte Alexander-von-Humboldt-Stiftung fördert die internationale Zusammenarbeit in der Forschung. Sie vergibt jährlich an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Humboldt-Preis. Sie werden werden für ihr bisheriges Gesamtschaffen ausgezeichnet, deren grundlegende Entdeckungen, Erkenntnisse oder neue Theorien das eigene Fachgebiet nachhaltig geprägt haben und von denen auch in der Zukunft weitere Spitzenleistungen erwartet werden können.

Vom 22. bis 25. März 2018 fand in Bamberg das 46. Symposium der diesjährigen Humboldt-Forschungspreisträger/innen statt. Mit dabei der ausgezeichnete Tibetologe Dr. Jan-Ulrich Sobisch. Er war zum Zeitpunkt der Preisvergabe Professor für Tibetologie an der Universität von Kopenhagen und ist Spezialist für den tantrischen Buddhismus Tibets. Seine Gastgeberin ist Prof. Dr. Carmen Meinert am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien.

Jan-Ulrich Sobisch ist einer von vier Preisträger/innen, die in diesem Jahr an der Ruhr-Universität Bochum forschen. Insgesamt wurden 56 Preise vergeben. Die anderen Preisträger/innen sind Heather C. Allen, Professorin für Chemie und Spezialistin für Physikalische Chemie der Grenzflächen an der Ohio State University, deren Gastgeberin Prof. Dr. Martina Havenith-Newen (Physikalische Chemie II) ist. Die weiteren Preise gingen an Mathematiker: Thomas Mikosch, Professor für Actuarial Science an der Universität von Kopenhagen und Spezialist für Stochastik und Wahrscheinlichkeitstheorie und Pedro Antonio Santoro Salomão, Professor für Mathematik an der Universität von São Paulo und Spezialist für Geometrie und Topologie. Beide forschen an der Fakultät für Mathematik der Ruhr-Universität Bochum  zusammen mit den Gastgebern Prof. Dr. Holger Dette und Prof. Dr. Alberto Abbondandolo.

Alle 56 Preisträger/innen wurden am Donnerstag von Dr. Enno Aufderheide, dem Generalsekretär der Alexander von Humboldt Stiftung, begrüßt und erlebten bis zum Sonntag ein reichhaltiges Programm mit wissenschaftlichen Vorträgen, Diskussionen und Fachgesprächen. Besonderes Augenmerk wurde auf die verschiedenen Netzwerkmodelle und weitere Förderungsprogramme für die Preisträger/innen gelegt.

Die Preisverleihung selbst wurde in einem feierlichen Rahmen von Prof. Dr. Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt Stiftung, durchgeführt. Grußworte an die Preisträger richteten Thomas Silberhorn, MdB, und Dr. Frank Suder, Direktor der Fritz Thyssen Stiftung. Abgerundet wurde das feierliche Programm durch das Berganza Quartet der Bamberger Symphoniker.