Sonderausgabe erschienen: Tantra als gelebte Praxis
Die Beiträge untersuchen Tantra als gelebte Praxis und richten den Blick auf die vielfältigen Verflechtungen zwischen Ritual, Arbeit, Spiritualität und gesellschaftlichen Machtverhältnissen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Arbeit und Lebensunterhalt, Geschlecht, Körperlichkeit, Heilung, Meditation, politischen Ökonomien sowie den Beziehungen zwischen Menschen, Gottheiten und natürlichen Lebensräumen. Dabei zeigen die Autor*innen, wie tantrisches Wissen über geografische und kulturelle Grenzen hinweg zirkuliert und sich in unterschiedlichen religiösen und spirituellen Kontexten weiterentwickelt.
Ein gemeinsamer ethnografischer Ansatz versteht Tantra nicht als abstraktes oder ausschließlich esoterisches Wissenssystem, sondern als konkrete Praxis – als spezialisierte Form von Arbeit und Beziehungsarbeit, die Menschen mit ihrer sozialen, politischen und ökologischen Umwelt verbindet. Damit eröffnet das Sonderheft neue Perspektiven auf die Erforschung tantrischer Traditionen und rückt deren Bedeutung in ökologischen, politischen und multispeziesbezogenen Zusammenhängen in den Fokus.
Das Sonderheft erschien am 16. Juli 2026 und ist abrufbar unter https://er.ceres.rub.de/index.php/ER/issue/view/408.