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Online-Workshop zur Kontemplation im tibetischen Buddhismus

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Das am CERES angesiedelte und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Dzogchen-Projekt veranstaltet vom 22. bis 24. September 2021 einen Online-Workshop zum Thema „Contemplation and Non-Doing“. Abgeschiedenheit, Versenkung und Gelassenheit sind zentrale Themen in der tibetischen Dzogchen-Tradition des Buddhismus. Der Workshop bietet Gelegenheit, diese Themen im Kontext verschiedener Traditionen kontemplativen Handelns vergleichend zu untersuchen.

Dzogchen ist eine kontemplative Tradition des tibetischen Buddhismus, die das Nichtstreben als zentrales Element seiner Lehrarchitektur und seines meditativen Programms darstellt. Die Thematik des Nichtstrebens ist somit eine der Hauptforschungsfragen des Projektes „Dzogchen“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird und am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität Bochum lokalisiert ist. Der Workshop soll die Gelegenheit bieten, diese Thematik in einem vergleichenden religionswissenschaftlichen Rahmen zu untersuchen.

Viele Traditionen der kontemplativen Praxis, ob buddhistischer oder anderer religiöser Herkunft, betonen die Notwendigkeit einer Läuterung der äußeren und inneren Zerstreuungsantriebe. Dies führt zu einem Zustand der (äußeren) Abgeschiedenheit, der zeitlich und örtlich bedingt sein kann. Die Abgeschiedenheit schafft somit den Rahmen zur eigentlichen Versenkung, oder Anschauung, die zentrale Aufgabe des kontemplativen Lebens (= innere Abgeschiedenheit). Obwohl die Versenkung meistens das Resultat eines mühevollen Wegs der Entsagung und des Strebens ist, wird gerade in den höheren Stufen der Praxis häufig betont, dass das Streben und die Willenskraft eine Hürde zur wahren Anschauung sein können. Insofern wandelt sich eine Anspannung des Willens zum Aufgeben jeglichen Strebens und mündet in einem Zustand der inneren Gelassenheit. Die Bedeutung (und die Reihenfolge) dieser dreifachen Struktur (Abgeschiedenheit – Versenkung – Gelassenheit) wird in verschiedenen Traditionen unterschiedlich dargestellt; sie bietet ein sehr reiches Potenzial zu einer vergleichenden religionswissenschaftlichen Betrachtung, in der sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede hervorgehoben werden. In diesem Workshop sollen ExpertInnen zu den mystischen Bewegungen folgender Traditionen eingeladen werden: Dzogchen, Tantra, Mahāmudrā, Chan/Zen, Amitābha-Buddhismus, Daoismus, Kashmiri Śaivismus, Judentum, Christentum und Sufismus.

Mehr Informationen zur Anmeldung und zum Programm hier.