Henry Albery verstärkt das CERES als neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter
Henry Albery forscht insbesondere zur Geschichte des Buddhismus in Gandhara und Kaschmir – Regionen des heutigen östlichen Afghanistan und Nordpakistans, die in der Antike bedeutende Zentren buddhistischer Kultur waren. Seine Arbeit verbindet philologische, historische und religionswissenschaftliche Ansätze und beschäftigt sich mit buddhistischen Inschriften, narrativen Traditionen sowie der Entstehung des buddhistischen Kanons. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem buddhistische Stiftungsinschriften in den Schriften Brāhmī und Kharoṣṭhī, buddhistische Erzähltraditionen in Kunst und Literatur sowie die Entwicklung monastischer Normen und philosophischer Systeme. Dabei arbeitet Albery mit Quellen in Gāndhārī, Chinesisch, Pali und Sanskrit und untersucht deren Verflechtungen über Süd-, Zentral- und Ostasien hinweg.
Zu seinen aktuellen Forschungsprojekten zählt außerdem die kollaborative Edition und Übersetzung des sogenannten Yogalehrbuchs, eines Sanskrit-Manuskripts aus Qïzïl, das Einblicke in buddhistische Yogatraditionen und philosophische Lehrsysteme bietet. Das Vorhaben wird von der Robert H. N. Ho Family Foundation gefördert.
Vor seinem Wechsel an die Ruhr-Universität war Henry Albery unter anderem als Postdoctoral Fellow am Institute for Advanced Studies on Asia der Universität Tokyo sowie am Centre for Buddhist Studies der Universität Ghent tätig. Zuvor promovierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit zu „Buddhism and Society in the Indic North and Northwest, 2nd century BCE–3rd century CE“. Seine bisherige Forschung wurde durch zahlreiche renommierte Förderungen unterstützt, darunter Fellowships der Japan Society for the Promotion of Science, des Fonds Wetenschappelijk Onderzoek sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Darüber hinaus ist er Mitbegründer und war Herausgeber des wissenschaftlichen Journals Distant Worlds Journal.
Mit seiner Expertise zu buddhistischen Traditionen, transregionalen Wissensnetzwerken und vormodernen religiösen Praktiken wird Henry Albery wichtige Impulse für die religionswissenschaftliche Forschung am CERES einbringen. Das CERES wünscht Henry Albery einen guten Start am CERES und freut sich auf die Zusammenarbeit.