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Ḥunayn b. Isḥāq und Ādāb al-falāsifa im Kontext

Die frühe Abbāsidenzeit als Zeitalter der Übersetzung

Ādāb al-falāsifa, eine Anthologie der gnomischen Weisheit, die Ḥunayn b. Isḥāq (d. 260/973) zugeschrieben wird, zählt zu den erfolgreichsten mittelalterlichen Büchern, die ihre Entstehung der Übersetzungsbewegung der frühen Abbāsidischen Periode, in der eine breite Verschmelzung der griechischen, persischen, syrischen und indischen literarischen Traditionen stattfand, verdanken.

Dies ist eine Zusammenstellung der Weisheitssprüche, die den antiken griechischen Philosophen, den persischen Königen und Weisen sowie den jüdischen, christlichen, zoroastrischen und muslimischen Weisen zugeschrieben werden. Hier sehen wir, vermutlich besser als in jedem anderen Dokument, im Miniaturformat die perfekte Adoption, Assimilation und Harmonisierung der moralischen Ideale und des intellektuellen Erbes, die von kulturellen Konglomeraten beigetragen werden, welche im goldenen Zeitalter der islamischen Zivilisation koexistieren.

Ādāb al-falāsifa und viele andere Texte dieser Art können am besten im Kontext der Übersetzungsbewegung im Bagdad des 9. Jahrhunderts verstanden und geschätzt werden. Daher wird beabsichtigt, die literarischen Parameter dieser blühenden Kulturellen und interreligiösen Interaktion über das Medium der Weisheitsliteratur zu betrachten, indem ich das Ādāb als ein geeignetes Beispiel dafür verwende.