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NORFACE-Projekt zur religiösen Pluralisierung

Nachdem das Bochumer Forschungsprojekt zur religiösen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen erstmals für eine Großregion den Stand religiöser Pluralisierungsprozesse aufgearbeitet hatte, wurde die Aufmerksamkeit auf die europäische Ebene gelenkt: Im Rahmen des NORFACE-Forschungsprogramms Re-Emergence of Religion as a Social Force in Europe? erhielt der Bochumer Lehrstuhl für Religionswissenschaft den Zuschlag, um die Auswirkungen religiöser Pluralisierung im internationalen Vergleich zu erforschen.

NORFACE steht für „New Opportunities for Research Funding Co-operation in Europe“ und wird von einem von der EU finanzierten Konsortium nationaler Forschungsförderungseinrichtungen getragen.

In drei europäischen Ländern, namentlich Deutschland, Finnland und Slowenien, wurden seit Mitte 2007 Analysen zu innerreligiösen und gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen religiöser Pluralisierung durchgeführt. Die Kooperation mit den religionswissenschaftlichen Forscherteams des kirchlichen Forschungsinstituts von Tampere, Finnland, und der Universität Ljubljana, Slowenien, hatte eine Pilotfunktion für europaweite Analysen dieser Art.

Den forschungspraktischen Hintergrund des Projekts bildete die Weiterentwicklung wichtiger Themen der Religionsforschung. Spezifisch religionswissenschaftliche Fragen betrafen die Konzeptualisierung und Messung religiöser Vielfalt und die Debatten um die Konsequenzen von Pluralisierungsprozessen. Daneben wurden folgende Forschungsfragen unmittelbar mit der Thematik religiöser Pluralisierung verbunden:

  1. Steigert religiöse Pluralität religiöses Engagement?
  2. Wird Religion unter Pluralitätsbedingungen zu einem starken ‚Identitätsmarker’, oder fördert Pluralität die Unsicherheit bezüglich religiöser Offerten?
  3. Ruft sie sogar religiöse Indifferenz hervor? Oder führt sie zur Verschmelzung und wechselseitigen Offenheit verschiedener Traditionen?

Neben den innerreligiösen Auswirkungen religiöser Pluralisierung standen auch die gesamtgesellschaftlichen Aspekte einer zunehmenden religiösen Vielfalt im Vordergrund. Insbesondere die  zivilgesellschaftlichen Effekte religiös induzierten Handelns wurden im Projekt untersucht. Fragen des zivilgesellschaftlichen Engagements, der Toleranz, der politischen Kultur, aber auch der Fremdenfeindlichkeit wurden in den Zusammenhang von Pluralisierungsprozessen gestellt.

Förderzeitraum

2007 - 2010

Gefördert durch

norface

Projektleiter