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Digitalisierung Gandharischer Artefakte

Das Forschungsprojekt DiGA (Digitalisierung Gandharischer Artefakte) hat es sich zum Ziel gesetzt, die Konzeptualisierung der Digitalisierung eines Korpus buddhistischer Artefakte des 1.–5. Jh. n.Z. aus der historischen Region Gandhara (heutiges Afghanistan/ Pakistan) durchzuführen, die sich in pakistanischen Museumsbeständen befinden. Dabei geht es zum einen darum, bedrohtes kulturelles Erbe zu sichern, und zum anderen bestehende Forschungsdesiderate im Bereich gandharische Kunst und Buddhismus aufzuarbeiten. Zu diesem Zweck versucht DiGA, geeignete digitale Instrumente zu identifizieren und zu konzeptualisieren, die zur Lösung der genannten Fragestellungen beitragen können. Diese wiederum sind um die folgenden drei Oberthemen herum angeordnet: die Identifizierung von Werkstätten, die buddhistische Skulpturen herstellten, die geographische und chronologische Ordnung der gandharischen Schule und die Geschichte des Buddhismus in Gandhara.

Das Ergebnis des DiGA Projekts ist die Erstellung einer digitalen Plattform für die Aufbewahrung und Analyse buddhistischer Artefakte in pakistanischen Sammlungen. Die technischen Funktionen sollen dabei die Analyse formaler und ikonographischer Eigenschaften buddhistischer Darstellungen verbessern und somit die Wahrnehmung der gandharischen Schule verfeinern. Auch soll die Identifizierung, Charakterisierung und Klassifizierung gandharischer Stilvarianten vereinfacht und ein Vergleich mit buddhistischen Texten ermöglicht werden. Damit soll eine neue Perspektive auf das Zusammenspiel visueller und schriftlicher Medien in der Formierungsphase buddhistischer Narrative eröffnet und das Verständnis der Geschichte des Buddhismus in Gandhāra (insbesondere hinsichtlich der Entstehung des Mahayana Buddhismus) verbessert werden. Trotzdem die Plattform auf Basis der Objekte in pakistanischen Sammlungen konzeptualisiert werden soll, ist eine Implementierung anderer Kollektionen ausdrücklich vorgesehen. Darüber hinaus soll das cross-linking mit anderen Datenbanken ermöglicht und somit eine interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert werden.

Förderzeitraum

02/2017 - 10/2017

Gefördert von

Beteiligte Personen