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SUMMARY:„Was machen wir mit den Sachen?“ Außereuropäische und missio
 nsgeschichtliche Sammlungsbestände in regionalen Museen und die metaphori
 sche Dimension der Objekte
DTSTART:20250903T113000Z
DTEND:20250904T123000Z
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UID:missionssammlung-workshop-12929@ceres.rub.de
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DESCRIPTION:Museen für Ethnologie und außereuropäische Kunst befinden s
 ich gegenwärtig in einem tiefgreifenden Wandel\, der geprägt ist von str
 ukturellen und inhaltlichen Veränderungen sowie der Aufarbeitung der Gesc
 hichte der Sammlungen vor dem Hintergrund möglicher kolonialer Verstricku
 ng. Der öffentliche Diskurs\, der diese Prozesse einrahmt\, konzentriert 
 sich insbesondere auf die großen Häuser und ist häufig mit aktivistisch
 em Eifer verbunden\, dessen Blick sich auf Provenienz und Restitution der 
 Objekte verengt.\n\nIn dieser Debatte wird übersehen\, dass nicht nur die
  bekannten ethnologischen Museen über Sammlungen außereuropäischer Kult
 urgüter verfügen\, sondern auch in kleineren Museen solche Bestände zu 
 finden sind. Im Umgang mit diesen Beständen stellt sich für die Museen d
 ie Frage\, ob die Bedeutung der Objekte nur auf den kolonialen Kontext red
 uziert werden soll\, oder ob sie auch noch anderen musealen Vermittlungszi
 elen dienen dürfen – beispielsweise zur Ausstellung außereuropäischer
  Religionen. Für die universitäre Forschung stellt sich hingegen die Fra
 ge\, ob und in welcher Weise Religionen durch Artefakte repräsentiert wer
 den. Die Frage einer Ausstellbarkeit von (außereuropäischen) Religionen 
 wurde am CERES in der Vergangenheit bereits diskutiert\, u.a. in einer Wor
 kshop-Reihe mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum.\n\nMetaphern und/im Museum
 : Im Museum begegnet man Religion(en) auf vielfältige Weise\, insbesonder
 e durch die Objekte\, die dort ausgestellt sind. Anhand dieser religiös k
 onnotierten\, oft als „heilig“ betrachteten Objekte werden\, auch durc
 h bestimmte Arrangements\, Geschichten erzählt und tiefere Bedeutungen ve
 rmittelt\, die über ihre materielle Form hinausgehen. Auf diese Weise fun
 gieren Objekte in Ausstellung und Vermittlung oft als Metaphern für Glaub
 enssysteme\, kulturelle Praktiken und menschliche Erfahrungen\, die in ver
 schiedenen Epochen und Gesellschaften entstanden sind.\n\nReligion und/im 
 Museum: Eine Herausforderung für Museen ist neben dem wissenschaftlichen 
 Anspruch der sensible Umgang mit Fragen der Religion. Während Wissenschaf
 t auf Empirie\, Beweisbarkeit und rationale Erklärungen setzt\, bietet Re
 ligion Raum für das Bedenken spiritueller und existenzieller Fragen. Die 
 gegenwärtige Ausstellungspraxis zeigt\, dass beide Perspektiven im Museum
  koexistieren sollten\, um den Besuchern zu ermöglichen\, sowohl die hist
 orischen und kulturellen Kontexte der Objekte zu erfassen als auch die dam
 it verbundenen Glaubensvorstellungen zu erschießen und zu reflektieren.\n
 \nVor diesem Hintergrund soll der geplante Workshop einen Austausch zwisch
 en Museen und universitärer Forschung anstoßen\, wobei der Blick auf den
  Sammlungen kleinerer und regionaler Museen liegt. Objekte\, die beispiels
 weise von Reisenden oder Missionaren an die Sammlungen übergeben wurden\,
  spiegeln einen ganz anderen Blick auf die außereuropäischen Kulturen al
 s die gezielt nach typologischen oder kulturspezifischen Gesichtspunkten z
 usammengetragenen Sammlungen der größeren Häuser wider. Diese verlangen
  zudem nach „authentischen“ Artefakten\, die in den Herkunftsgesellsch
 aften einst rituell oder im Alltagsleben verwendet wurden und nicht als 
 ‚Reisesouvenir‘ erworben werden konnten. Die ausgestellten Objekte als
  Metaphern für Glaubenssysteme\, kulturelle Praktiken und menschliche Erf
 ahrungen können entsprechend eine ganz andere Gestalt annehmen als in gro
 ßen Sammlungen.\n\nIn vielen außereuropäischen Regionen seit Mitte des 
 19. Jahrhunderts wurden eine Vielfalt unterschiedlicher Gegenstände für 
 eine heterogene Abnehmerschaft hergestellt\, die zuweilen ihren Weg in die
  Museen fanden und die heute die entsprechenden Sammlungsbestände gerade 
 kleinerer Museen prägen. Diesen Häusern fehlt es häufig an entsprechend
 er Expertise\, und so wird häufig die im Titel genannte Frage geäußert\
 , wie das Museum mit solchen Objekten umgehen soll. Der Workshop will dazu
  beitragen\, die Möglichkeiten für Ausstellung und weitere Forschung unt
 er besonderer Berücksichtigung der metaphorischen Dimension der Dinge auf
 zuzeigen.\n\nDer Frage ‚Was machen wir mit den Sachen?‘ so in einem kl
 einen Kreis nachzugehen ist das Ziel des Workshops. Dabei liegt der Schwer
 punkt auf Austausch und Diskussion. \n\nHier geht es zum Workshop-Program
 m\n\nDer Workshop wird in Kooperation mit der Sammlung Kulturen der Welt d
 er Hansestadt Lübeck realisiert.\n\n\n\n \n\n \n\n \n\nDer zweite Teil
  der Veranstaltung wird am 22. und 23. September 2025 in Lübeck stattfind
 en. Mehr dazu zeitnah hier: 
LOCATION:CERES Palais\, room "Ruhrpott" (4.13)
URL:https://ceres.rub.de/en/events/missionssammlung-workshop/
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