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SUMMARY:Frühe Koranübersetzungen in Europa und Asien I
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DESCRIPTION:Zu den Grundvoraussetzungen der Expansion von Religionen gehö
 rt die Produktion von Übersetzungen der Heiligen Schriften in die Sprache
 (n) der neu gewonnenen Gebiete\, was sich selbst dann als unvermeidbar erw
 eist\, wenn sich eine Übersetzung aufgrund der (auch sprachlichen) Einmal
 igkeit der religiösen Offenbarungsschrift – wie beim Koran – eigentli
 ch verbietet\; andererseits haben auch Angehörige anderer Religionen ihre
 rseits oft ein Interesse an Übersetzungen\, um eine intellektuelle Ausein
 andersetzung führen zu können.\nIn dem Workshop geht es um Übersetzunge
 n\, die nicht primär von islamischer Seite initiiert wurden (etwa ins Per
 sische\, Türkische oder Urdu)\, sondern um solche\, die von nichtmuslimis
 chen Gelehrten verfasst oder angeregt wurden\, um eine interreligiöse Dis
 kussion zu ermöglichen: Neben Übersetzungen ins Lateinische und Griechis
 che spielen hier die ersten Übersetzungen in die europäischen Volkssprac
 hen (Italienisch 1547\, Spanisch 1606\, Deutsch 1616\, Niederländisch 164
 1\, Französisch 1647\, Englisch 1648 etc.) eine wichtige Rolle. Komplemen
 tär bzw. kontrastiv sind Koranübersetzungen in ost- und südostasiatisch
 e Sprachen interessant\, die freilich erstmals im 19. und 20. Jahrhundert 
 gedruckt wurden.\nDer 1. Teil des Workshops umfasste fünf Vorträge: Hart
 mut Bobzin (Erlangen) ging in seinem Einführungsreferat der Frage nach 
 „Was heißt es\, den Koran zu übersetzen?“ und gab einen Überblick 
 über die Geschichte der Koranübersetzung und –erklärung\, in dem sowo
 hl grundsätzliche Fragen der Übersetzbarkeit als auch praktische Beispie
 le aus der Übersetzungsarbeit angeführt wurden (Bobzins eigene neue Kora
 nübersetzung ins Deutsche war wenige Tage zuvor erschienen). – Reinhold
  Glei (Bochum) behandelte in seinem Vortrag „Der Mistkäfer und andere M
 issverständnisse“ die frühbyzantinische Koranübersetzung (zwischen 75
 0 und 850 n.Chr.) als die älteste in eine westliche Sprache überhaupt. I
 hre Existenz kann mittlerweile als gesichert gelten\, leider sind aber ver
 gleichsweise wenig Fragmente\, dazu noch häufig in entstellter Form\, erh
 alten. An zahlreichen Beispielen wurde gezeigt\, welche Rolle gerade sprac
 hliche Missverständnisse in der Entstehung der byzantinischen Islampolemi
 k gespielt haben. – Matthias Tischler (Dresden) sprach über „Die ält
 este lateinische Koranübersetzung als (inter)religiöser Begegnungsraum
 “ und ordnete die Übersetzung des Robert von Ketton (1142/43) in ihren 
 zeitgeschichtlichen Kontext ein\; anschließend zeichnete er die Rezeption
 sgeschichte dieser Übersetzung nach\, die zunächst fast in Vergessenheit
  geriet und erst im späten 13. Jahrhundert im Kontext der Dominikanermiss
 ionen (Ricoldo) wieder auftauchte. – Die volkssprachliche Rezeption beha
 ndelte Benedikt Jeßing (Bochum) anhand der (ihrerseits aus dem Italienisc
 hen angefertigten) deutschen Übersetzung des Salomon Schweigger (1551-162
 2) unter dem Thema „Orientwahrnehmung\, Interkulturalität und Koranübe
 rsetzung“\, vor allem auf dem Hintergrund von Schweiggers ausführlicher
  Beschreibung seiner Gesandtschaftsreise nach Konstantinopel und Jerusalem
 (gedruckt Nürnberg 1608). – Die ostasiatische Seite vertrat Hans Martin
  Krämer (Bochum) mit seinem Vortrag über „Rezeption des Islam und Übe
 rsetzungen des Korans in Japan im 20. Jahrhundert“\, in dem er die sechs
 \, von 1920-1973 entstandenen japanischen Koranübersetzungen vorstellte u
 nd eingehend charakterisierte. Am Beispiel der Übersetzung religiöser Be
 griffe wurde deutlich\, wie stark die Übersetzer entweder auf eine Interp
 retatio Christiana oder auf eine Interpretatio Buddhistica islamischer Vor
 stellungen zurückgriffen.\nDer Workshop wird mit Referaten zu weiteren Ko
 ranübersetzungen (ins Lateinische\, Aljamiado bzw. Altspanische\, Hebräi
 sche\, Französische und slavische Sprachen) fortgesetzt (Termin: 8. April
  2011). Die Ergebnisse sollen als Sammelband in der Reihe „Bochumer Alte
 rtumswissenschaftliches Colloquium“ publiziert werden.
URL:https://ceres.rub.de/en/events/KoranuebersetzungenI_en/
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