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Religion und was sonst noch zählt.

Vortrag


CERES-Palais, Raum "Ruhrpott" (4.13)

Psychologische Studien zu moralischen Imaginationen und religiösen Pluralismen bei jungen Erwachsenen in den Niederlanden

Öffentlicher Abendvortrag von Ulrike Popp-Baier (Amsterdam)

Peter Berger, der seine letzten Publikationen einer Theorie des religiösen Pluralismus widmete, unterscheidet zwei Pluralismen: Die Koexistenz mehrerer Religionen und die Koexistenz des Religiösen und des Säkularen sowohl in der modernen Gesellschaft als auch im Bewusstsein von Individuen. Linda Woodhead fügt dieser These noch das Konzept der „kulturellen Superdiversität" und eines damit verbundenen dritten Pluralimus der Dedifferenzierung hinzu, um die Formen religiöser Praxis im heutigen Großbritannien (insbesondere das Anwachsen der sogenannten nones) angemessen zu analysieren. Sowohl Bergers als auch Woodheads Thesen passen zu den Ergebnissen verschiedener quantitativer Studien zur  religiösen Situation in den Niederlanden (vgl. z.B. Bernts & Berghuis 2016). In diesem Vortrag wird ein weiteres Konzept, das Konzept der Transdifferenzierung, diskutiert, um damit noch eine vierte Art des Pluralismus zu unterscheiden. Die empirische Basis für diese Unterscheidung bildet eine qualitative komparative Analyse von 31 narrativen Interviews mit jugendlichen Erwachsenen in den Niederlanden, die eine auffallende Übereinstimmung im Hinblick auf Gerechtigkeitsvorstellungen verbunden mit pluralen religiösen Orientierungen zeigt.

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