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Gastvortrag: “He Who Knows Does Not Speak”? Speech, Silence, and Ultimate Knowledge in Advaita Vedanta and Confucianism

Vortrag


CERES-Palais, Raum "Ruhrpott" (4.13)

Gastvortrag in englischer Sprache von Dr. Sophia Katz (Tel-Hai College, Qiryat Shemona)

Im Vortrag werden zwei philosophische Ansätze des Erkenntniserwerbs miteinander in Beziehung gesetzt: Jener des hinduistischen Gelehrten Adi Shankara (788 – 820) und jener von Zhan Ruoshui 湛若水 (1466-1560), einem konfuzianischem Gelehrten der Ming-Dynastie. Abgesehen von den Unterschieden zwischen dem hinduistisch-monistischen System des advaita vedanta und dem Konfuzianismus gerade bezüglich der Vorstellungen zur Individualität und zur Beschaffenheit der Wirklichkeit, zeigt eine genaue Untersuchung der Textbeispiele, dass für beide Gelehrte der Pfad geistiger und spiritueller Erkenntnis sowohl über die Vernunft charakterisiert als auch als letztendlich unbeschreibbar angesehen wird.

Einerseits, behaupten Shankara und Zhan, dass das ultimative Wissen nicht etwa durch intellektuelle Spekulationen erreicht werden kann: Das bedeutet, beide verfolgen eine mystische Geradlinigkeit, die vom Schweigen getragen wird. Andererseits wird von den zwei Gelehrten die geistige Vorbereitung durch das Lesen von hinduistischen oder konfuzianischen Texten als notwendig erachtet. Die Bedeutung der Schriften für den Erkenntnisprozess positioniert Shankaras Ansatz viel näher an den konfuzianischen Ansatz von Zhan Ruoshui als an jenen anti-intellektuellen, die in taoistischen Quellen, wie z. B. dem Daodejing und dem Zhuangzi-Buch, aufgeführt werden. Zusätzlich ermöglichen die Betrachtungen von Shankaras und Zhan Ruoshuis Vorstellungen zum Individuum und ihr Verständnis der mystischen Einheit eine Einschätzung der spezifischen Formen des philosophischen Mystizismus innerhalb des advaita vedanta und dem Konfuzianismus – und Hinweise auf überraschende Parallel zwischen diesen.

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