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Der Widerschein der Erleuchtung - Rezeptionen fernöstlicher neuer religiöser Bewegungen in der Bundesrepublik seit den 70er Jahren

Workshop


CERES-Palais, Raum "Ruhrpott" (4.13)

In Folge der “religious crisis“ (Hugh McLeod) der 1960er Jahre veränderte sich das religiöse Feld in der alten Bundesrepublik dramatisch. Dafür stehen vor allem ein bis dato ungekannter Abbruch von Kennzahlen konfessionell organisierter Kirchlichkeit wie auch eine veränderte Stellung der Kirchen in der öffentlichen Selbstwahrnehmung. Ob aber diese Veränderungen dazu führten, dass und gegebenenfalls welche neue Formen von Religion den nun freien Platz besetzten, ist umstritten und ungeklärt. 

Dem Workshop "Widerschein der Erleuchtung - Rezeptionen fernöstlicher neuer religiöser Bewegungen in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren" liegt die Ausgangsthese zugrunde, dass neue Formen von Religion in entscheidendem Maße durch die Rezeption von Importen generiert wurden, die zeitgenössisch als „Störung“ des religiösen Feldes verarbeitet werden mussten. Die Teilnehmer/innen des Workshops analysieren deshalb die Rezeption fernöstlicher neuer religiöser Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland. Der Schwerpunkt liegt auf dem Zen-Buddhismus, der Hare Krishna-Bewegung, der Transzendentalen Meditation und der Bhagwan-Bewegung. In der medialen Öffentlichkeit wurden sie teils skandalisiert, teils banalisiert. Kirchliche Reaktionen oszillierten zwischen einem „interreligiösen Dialog“ und einer (mitunter handfesten) Abwehrbewegung. Die Politik setzte vor allem auf die Ab-wehr der „heimlichen Verführer“.

Insbesondere aber in der Jugend- und Popkultur waren auch weitgehende Adaptionen zu beobachten: Im “alternativen Milieu” stießen die asiatisch inspirierten Bewegungen auf eine breite Schnittfläche neuer Subjektorientierung und Innerlichkeit, in der Popkultur der Zeit hinterließen sie Spuren in der Musik und der Mode. Wie und welche Elemente von dort aus dann in den kulturellen Mainstream gelangten und damit auf breiter Front Sprache und symbolische Praktiken veränderten, ist noch völlig offen. Diese Phänomene nicht nur zu beschreiben, sondern auch in ihrer Dichte und Reichweite zu analysieren – diesen Aufgaben stellt sich der Workshop. 

Beteiligte Personen