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Workshop | Epiphanien

Workshop


FNO 02/ 40-46

Faltblatt

Die „Erscheinung“ der Gottheit, ihre visuelle und auditive Manifestation in der menschlichen Sphäre, gehört in vielen Kulturräumen zum Kernbereich religiöser Tradition und Ritualpraxis. Aufschlussreich ist die ambivalente Dynamik ihrer individuellen und kollektiven Wahrnehmung, die sich in Faszination, Flucht, Umkehr, Bekehrung, Unterwerfung, Hingabe, (Selbst-) Zerstörung kristallisiert und dabei Kultorte - häufig in Konkurrenz zu anderen Gottheiten - markiert und legitimiert. Die unterschiedlichen Formen der göttlichen Selbstinszenierung, die spezifischen ritualästhetischen Momente, welche die Erscheinung begleiten und vermitteln, womöglich sogar hervorrufen, sowie die spezifischen sozialen und politischen Funktionen der Epiphanien profilieren zugleich die kult- und religionsspezifischen Differenzen.

Die Veranstaltung will anhand von konkreten Fallbeispielen die medialen Techniken vergleichen, welche die unterschiedlichen Epiphanien bedingen, ihre jeweilige Bedeutung kommunizieren, somit das Rezeptionsverhalten bestimmen und in diesem Kontext religiöse Erscheinungsräume definieren. Besonderes Interesse gilt den von Epiphanien stimulierten Anziehungs- und Abgrenzungsprozessen von der Antike über die Genese des Christentums bis zur säkularen Neuzeit; kulturgeographisch wird der Mittelmeerraum als interreligiöse Kontaktzone par excellence im Zentrum der Diskussion stehen.

Programm

Sektion I: Visionen und Events. Epiphanien im Hellenismus
Dienstag, den 25. Juni 2013, 9.00 bis 13.00 Uhr

  • Angelos Chaniotis (Alte Geschichte, Princeton University): Epiphanien als Massen-Spektakel
  • Linda-Marie Günther (Alte Geschichte, Ruhr Universität Bochum): Epiphanie und Traumerscheinung im Umfeld Alexanders des Großen

Sektion II: Narration und Inszenierung. Literarische und musikalische Epiphanien in der Antike und in der Antikenrezeption
Dienstag, den 25. Juni 2013, 14.00 bis 18.00 Uhr

  • Manuel Baumbach (Klassische Philologie, Ruhr Universität Bochum): Präsenzsuggestion und Unmittelbarkeitserfahrung als poetisches Programm im Apollonhymnos des Kallimachos
  • Marion Steinicke (Religionswissenschaft, Ruhr Universität Bochum): Epiphanien in der Oper

Sektion III: Göttliche Selbstoffenbarung und ihre Repräsentation. Christliche Epiphanien und ihr Nachleben in der abendländischen Kunst
Mittwoch, den 26. Juni 2013, 9.00 bis 13.00 Uhr

  • Reinhard von Bendemann (Neues Testament und Judentum, Ruhr Universität Bochum): Die Ostererscheinungen und die Genese des frühchristlichen Auferweckungsglaubens
  • Heinz Georg Held (Kunstgeschichte, Università degli Studi di Pavia): Erscheinungstechniken in der christlichen Kunst 

Beteiligte Personen